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Publikumspreis 2015

Christian Kern mit den Stiftern Dres. Cord-Jesko u. Kartz-Bogislav Baller

Der mit 1.000 Euro dotierter Preis ging an Christian Kern für sein Essay über "Verschämtes Scheitern"


Der Publikumspreis der Salzburger Hochschulwoche ging heuer an den Theologen Christian Kern für dessen Essay "Verschämtes Scheitern. Theologie an Grenzen des Menschlichen". Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wurde von Erzbischof Franz Lackner vergeben. Der heuer zum zehnten Mal vergebene Publikumspreis verteht sich als Förderpreis für Nachwuchswissenschaftler der Jahrgänge 1980 und jünger.


In seinem Vortrag skizzierte der 1981 in Würzburg geborene Kern Konturen einer "Theologie aus dem Scheitern". Laut Kern gehöre das Scheitern als "Verlust von Handlungsräumen" wesentlich zur Bestimmung des Menschen - auch wenn es schwer falle, persönliches Scheitern einzugestehen. Die Moderne könne geradezu als ein Projekt der Vermeidung von Scheitern interpretiert werden, so Kern. Dabei übersehe man mit einer solchen Ausweichstrategie das Potenzial im Scheitern, berge dieses doch auch immer die Perspektive eines "spatial turns" - einer Kehrwende bzw. Veränderung und der Schaffung neuer Räume.


Dieser Punkt einer - positiven - Kehrwende im Scheitern sei zugleich auch ein "spiritual turn", so Kern weiter, da er nur gelingen könne, wenn das Grundvertrauen auf die "Verbesserungswürdigkeit" der Welt insgesamt gegeben sei. Diese Haltung jedoch könne nicht künstlich erzeugt werden, sie sei eine gleichsam religiöse Haltung. Es liege daher "eine Kraft im Schwachen, im Scheitern", die man etwa an den Rändern der Gesellschaft festmachen kann: in Palliativstationen, in Flüchtlingsstationen, aber auch an den Schreibtischen sensibler Autoren - kurz: immer dort, wo Räume entstehen, in denen "Scheitern artikuliert" werden könne und die Überwindung in einen "neuen Raum" gelinge.

Christian Kern studierte Katholische Theologie in Würzburg und Rom. 2009 erfolgte die Priesterweihe in Rom. Seit 2012 ist er Pfarrrvikar in Margetshöchheim/Bayern und Doktorand im Fach Dogmatik an der Universität Salzburg.


Der mit 500 Euro prämierte zweite Preis ging an die Theologin Michaela Neulinger. Neulinger, seit 2013 Doktorandin im Fach Theologie an der Universität Innsbruck, stellte unter dem Titel "Wider die Drachentöter" philosophische und theologische Überlegungen zur "Verwundbarkeit als Teil der Conditio Humana" an.

Der mit 300 Euro prämierte dritte Preis ging an den Salzburger Armutsforscher Gottfried Schweiger. Schweiger, der am Zentrum für Ethik und Armutsforschung der Uni Salzburg das Forschungsprojekt "Soziale Gerechtigkeit und Kinderarmut" leitet, referierte über die "soziale Form des Hungers".

Henning Klingen

Die Preisträger mit EB Lackner und Obmann Gregor M. Hoff