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Publikumspreis 2012

 

Der Publikumspreis der Salzburger Hochschulwochen 2012 wurde am 9. August an Andreas Weiß von der Universität Salzburg/Missouri State University vergeben. Mit seinem Vortrag "American History Exodus" zum identitätssichernden Charakter von Erzählungen am Beispiel der biblischen Exodusgeschichte und ihrer Bedeutung für US-amerikanische Identitäten setzte er sich gegen Cornelius Sturm (Universität Freiburg) und Monika Duda (TU Dortmund) durch.

 

 

Der Exodus als Identitätsstrategie

 

„Geschichten zu erzählen ist Identitätsarbeit. Man verarbeitet die eigene Lage und verantwortet sie vor sich selbst. Geschichten stiften Identität beim Hörer wie beim Erzähler", erläuterte Andreas Weiß den Kern seines Vortrags. Das biblische Motiv des Exodus zieht sich laut Weiß durch die gesamte Geschichte der USA, angefangen von den puritanischen Gründern über die Mormonen hin zu Martin Luther King, der sich als neuer Mose stilisierte, und Superman als Retter in der gefährdeten jüdischen Exodusexistenz der 1930er. In all diesen Beispielen sei eine Gruppe von prekären Verhältnissen herausgefordert. Die Identifikation mit dem biblischen Exodus erlaube eine identitätsstiftende Deutung der eigenen Situation mit Aussicht auf Befreiung. "Bis heute ist das Exodusmotiv hoch wirksam in der US-Politik. Ob Obama jedoch der "neue Josua" ist, werden wir erst am 6. November sehen", schloss Weiß.

 


Verantwortung in Katechese und Sicherheitspolitik


Cornelius Sturm problematisierte unter dem Titel "Vom Kosovo nach Libyen. Die realisierte Utopie einer internationalen Verantwortung zum Schutz der Menschenrechte" die Spannung zwischen Recht und Moral anhand militärischer Interventionen zum Schutz von Menschenrechten. "Kann eine rechtlich verbotene Handlung ethisch korrekt sein? Darf Recht verbieten, was ethisch geboten ist?", fragte Sturm. Letztlich forderte er stärkerre Maßnahmen um militärischem Eingreifen vorzubeugen. 

 

Die dritte Preisträgern Monika Duda widmete sich der Glaubenskatechese im 21. Jahrhundert. Am Beispiel ihrer persönlichen katechetischen Erfahrungen zeigte sie den Graben zwischen kirchlichem Sollenanspruch und pastoraler Realität. "Der Paradigmenwechsel von inhalts- zu subjektorientierter Sakramentenkatechese wurde mittlerweile vollzogen, aber vieles in kirchlichen Dokumenten lässt sich nicht punktgenau umsetzen. Es braucht eine pluralitätsfähige Katechese, die sich mit der Moderne und ihren Bedingungn auseinandersetzt", plädierte Duda.