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Donnerstag, 1. August, Religionstriennale und Publikumspreis

 

Ambitionierte NachwuchswissenschaftlerInnen bei den Salzburger Hochschulwochen 2013

 

Die Salzburger Hochschulwochen bieten jungen AkademikerInnen seit jeher eine spannende Plattform der Auseinandersetzung mit brisanten Themen. Zwei Veranstaltungen seien im Kontext der Förderung des akademischen Nachwuchses besonders hervorgehoben: Mittlerweile zur Tradition geworden ist der bereits zum 8. Mal ausgeschriebene Publikumspreis für wissenschaftliche Kommunikation. Der 1. Platz ging heuer an die Historikerin Elisabeth Fischer mit ihrem Beitrag zu den Reiseberichten der Ida Gräfin von Hahn-Hahn. In der Stuba Academica arbeiten derzeit DoktorandInnen und PostDocs mit vier hochkarätigen WissenschaftlerInnen (parallel zum gewohnten Programm der Hochschulwochen) im Rahmen einer Sommerschule zum Thema „Precarious Knowledge of Religions: Religious Sceneries of Risks and Theological Processing of Ventures”.

 

(SHW4/teleo) Zwanzig Postgraduierte aus ganz Europa, die im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens durch Univ.-Prof. Dr. Gregor Maria Hoff und MMag. Sigrid Rettenbacher ausgewählt wurden, stellen sich heuer eine Woche lang in den Diskurs zum Gefährlichen Wissen der Religionen. Mit ihnen arbeiten vier WissenschaftlerInnen: Univ.-Prof. Dr. Klaus Davodowicz, Prof. Dr. Graham Ward, Prof. Dr. Angelika Neuwirth und Prof. Dr. Dr.h.c. Kurt Seelmann. Das über drei Seminarperioden (bis 2015) konzipierte Exzellenzprogramm unter dem Titel „The Political and Cultural Presence of Religions in Europe“ rückt in religionspolitischen und –kulturellen Debatten Grundfragen von Judentum, Christentum und Islam in den Fokus und diskutiert diese vor den unterschiedlichen Situationen in den Herkunftsländern der Teilnehmenden. Die Religionstriennale ermögliche „ein akademisches Gespräch zwischen den drei großen monotheistischen Religionen im europäischen Raum“, so Initiator Hoff. Netzwerke zu bilden sei ein wichtiges Anliegen. Neben Vorlesungen umfasst diese „International Salzburg Summer School“ auch Textseminare und Diskussionsforen.

 

„Believing is a primordial function”

Am Tag drei der Religionstriennale arbeitete der Priester und Wissenschaftler Graham Ward, Regius Professor of Divinity in Oxford mit den jungen WissenschaftlerInnen. Im Zentrum stand das Christentum. Am Vormittag forderte er mit seiner Frage nach dem Wesen eines Theologen/einer Theologin die Teilnehmenden zur Diskussion heraus. Was braucht es, um ein Theologe/eine Theologin zu sein? Reicht es aus, zu glauben oder ist es erforderlich zu wissen? Wie sind Glaube und Wissen in ihrer Bezogenheit aufeinander zu fassen? Die alten Hierarchien, die den Glauben dem Wissen unterordneten, wurden einem kulturellen Wandel unterzogen. Glaube, so Ward, sei ursprünglicher („primordial“) als Wissen. „Who is a believer? We are all believers!” Der/die Gläubige reflektiere den eigenen Glauben; in existenziellen Situationen wie Krankheit stelle sich die Gottesfrage; hier beginne Kommunikation. Theologie kann also als „Responsiveness within a creative relation” (Ward) gedeutet werden. Als für das Selbstverständnis von Theologie fundamental erachtete er die Fragen: An wen richten wir uns und von wo aus sprechen wir? Von welchen Themen wird gesprochen? Zentraler Begriff in diesem Kontext für ihn: Der Terminus Netzwerk.

 

„Mit Wissen wächst Verantwortung“ – Publikumspreis für Elisabeth Fischer

Auch heuer wurden graduierte WissenschaftlerInnen aller Fachrichtungen eingeladen, sich für den Publikumspreis zu bewerben. Die von der Jury ausgewählten Beiträge wurden von den Verfassern und der Verfasserin in einem 25-minütigen Vortrag vorgetragen. Unter den Kriterien der fachwissenschaftlichen Qualität, inhaltlichen Originalität sowie der kommunikativen Transferleistung bestimmte das Publikum die heurige Preisträgerin (€1.000.- gestiftet von KAVD): Elisabeth Fischer, geboren 1987 betreibt seit 2012 das Masterstudium „Frühe Neuzeit“ an der Freien Universität Berlin. „Mit Wissen wächst Verantwortung!? Die literarische Reise der Ida Gräfin von Hahn-Hahn 1844 ins ‚Morgenland’ im Spiegel zeitgenössischer Orientbilder“ lautete der Titel ihres Vortrages, in dem sie Verantwortung im Umgang mit Wissen anhand der Reiseberichte der Ida Gräfin von Hahn-Hahn beleuchtete. Von Hahn-Hahns Berichte können unter dem Blickwinkel der Dekonstruktion eines normierten europäischen Frauenbildes gelesen werden; der Orient als Projektionsfläche der Kritik an der eigenen Gesellschaft – gleich wenn dies (im Spiegel der Zeit zu deuten) auch auf sehr oberflächlichen Urteilen beruhe.

 

Zweiter und dritter Platz

Den mit €500.- dotierten zweiten Preis (gestiftet vom KV) erhält der 1978 geborene Bibliothekar Daniel Werner aus Ludwigsburg für sein Referat „Vom Wissen zum Erinnern: eine Gedächtniskultur in archaischer Zeit“. Der Pädagoge Thomas Rucker, geboren 1984, Doktorand an der Universität Bern erreichte mit seinem Vortrag „Auf der Suche nach Alternativen. Über die Verantwortung des Wissenschaftlers in der Spätmoderne“ den 3. Platz mit dem Preisgeld in der Höhe von €300.- (gestiftet vom BkdA).

 

Studierende bei den Salzburger Hochschulwochen

Die Salzburger Hochschulwochen fördern nicht nur WissenschaftlerInnen am Beginn ihrer Laufbahn, sondern bieten auch jungen Menschen, die sich noch im Studium befinden ein besonderes Angebot: Bis zum 30. Lebensjahr können ordentliche Studierende um den ermäßigten Preis von €100.- am gesamten Programm (inkl. Unterbringung und Verpflegung) teilnehmen. Für osteuropäische Studierende bis zum  30. Lebensjahr werden Stipendien vergeben. In München findet jedes Jahr vor den Hochschulwochen ein Einführungswochenende statt. Die Junge Akademie Bayern veranstaltet heuer von 22.-23. November erstmals ein Nachtreffen.

 

 

Terminhinweise:

Vortrag von Prof. Dr. Stephan Borrmann, morgen 02. August 2013, 10.00, Große Aula

Vortrag von Prof. Dr. Joseph Vogl, morgen 02. August 2013, 11.00, Große Aula

Vortrag von Prof. Dr. Angelika Neuwirth, morgen 02. August 2013, 14.30, Große Aula

Weitere Presseinformationen, das Programm sowie Bilder zur honorarfreien Veröffentlichung finden Sie unter: www.salzburger-hochschulwochen.at. Belegexemplare oder Hinweis erbeten.

 

 

Ansprechpartnerin:

Dr. Teresa Leonhardmair

Pressereferentin

Mobil: +43-(0)-676 44 10 344

presse@salzburger-hochschulwochen.at

www.salzburger-hochschulwochen.at